Donnerstag, 12. Juli 2012

Ausrüstung: Der Rucksack

Weil ich Zeit habe, zeige ich euch meinen Rucksack. Als Patriot müssen natürlich meine Farben mit mir unterwegs sein!




Zugegeben, dies ist eine sehr freie Rekonstruktion. Es gibt nämlich keine nachweisende Abbildung oder einen nachweisbaren Fund eines mittelalterlichen Rucksackes. Man verwendete früher Beutel bzw. Taschen mit einem Trageriemen. Diese Taschen waren nicht besonders groß, da die Leute nicht viel bei sich hatten (weil sie auch nicht viel benötigten!). Es gibt zahlreiche Abbildungen solcher Taschen, besonders ab dem Hochmittelalter. Interessant ist die Trageweise dieser Taschen:



Kleine Taschen wurden seitlich getragen, größere Taschen - mit deutlich längerem Tragriemen - wurden am Rücken getragen, indem der Riemen über beide Schultern gelegt wurde (erkennbar am unteren Bild). Die Taschen waren wohl aus Leder.
Es gibt aber eine Abbildung, auf dem das Trageobjekt (ich benutze bewusst diesen Begriff) meinem Rucksack ähnlich sieht, viel Spaß beim Suchen:


Ich versuche mein Gepäck so gut wie es geht, damaligen Verhältnissen anzunähern, ganz schaffe ich es aber auch nicht. Da liegt zu viel Zeit dazwischen. Daher habe ich mehr mit und dennoch reise ich mit einem sehr kleinen und vor allem recht leichten Gewicht: Alles in allem komme ich auf 10kg Gepäck, das beinhaltet alles was nicht mein eigener Körper ist. Umso länger ich gehe, umso herbstlicher wird das Wetter und damit werde ich auch mehr anziehen müssen. Wenn ich im "normalen" Outfit unterwegs bin, trage ich 7,9kg, bei sehr kaltem oder regnerischen Wetter nur mehr 5kg. 

Kommentare:

  1. It seems very nice and pratical! As a fellow pilgrim (I've made the portuguese way to Santiago back in 2007, but in modern equipment) all I can say is that as light as you may think your backpack is, there will always be some point when you think it's very heavy! :) Altough a miminum of 5kg is very good!!
    Bonne chance on your way! :)

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  2. Hehe, thank you very much :D Jep, that is true as light as possible is still too heavy :D
    If you want the english version of this blog, then check out: www.santjacob.tumblr.com

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  3. Hallo,
    Du schreibst du möchstest gerne den Weg "auf wissenschaftlicher Ebene bestreiten". Dann fang doch mal damit an Dir keinen Rucksack aus Leinen zu schneidern, sondern eine historisch nachgewiesene oder eine wenigstens durch Abbildungen klar belegte Pack- und Tragmöglichkeit zu beschaffen.

    Ansonsten viel Spass dabei in der Klamotte zu wandern aber wenn man so weit von Wissenschaft weg ist sollte man es auch einfach nur Klamottenwandern nennen.

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    1. Nun ja, mit dieser Kritik muss ich leben können. Und du hast Recht, diese Art von Packmöglichkeit ist nicht nachweisbar, habe ich auch im oben genannten Text ganz klar auch erwähnt. Andererseits muss ich auch erwähnen, dass wenn ich auf solch eine Taschen zurückgreife, ich diese Reise gar nicht antreten brauchen würde, weil es nicht funktioniert würde. Das liegt nicht an mir, sondern an den heutigen Straßenbelägen.
      Ein "Klamottenwandern" wird es aber nicht, denn meine restliche Ausrüstung (abgesehen von den Schuheinlagen) ist nach nachweisbaren Quellen und so gut wie es geht historisch korrekt gefertigt.

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